20.05.2019
Waldbegehung des Gemeinderats

Nachrichten

Gemeinderäte und interessierte Ortschaftsräte haben zusammen mit Vertretern des Forstamtes im Rahmen einer Waldbegehung am 10.05.2019 einen Zustandsbericht unseres Stadtwaldes mit vielen Hintergrundinformationen und Hinweisen erhalten.

Das Eschentriebsterben und der Klimawandel mit dem trockensten Jahr seit der Wetteraufzeichnung in 2018 haben im Kocherwald, der im Herzen der Stadt Bad Friedrichshall liegt, deutliche und sicherlich noch lang sichtbare Spuren hinterlassen. Das Eschensterben wird durch einen aus Asien eingeschleppten Pilz verursacht, gegen diese Krankheit gibt es keine wirksamen Gegenmittel. In wenigen Jahren wird es wohl kaum mehr Eschen in Mitteleuropa geben. Da diese Baumart vor allen Dingen im Kocherwald sehr stark vertreten war, sind durch deren Totalausfälle Lücken entstanden, die nun im Rahmen von umfangreichen Wiederaufforstungen geschlossen werden. Da die Waldwirtschaft eine Generationenarbeit darstellt und die Auswirkungen sicherlich erst den nächsten Generationen zugute kommen, wird es noch viele Jahre dauern, bis die mit hohem finanziellen und persönlichem Aufwand erfolgten Aufforstungen auch optisch insoweit Wirkung zeigen, dass die entweder abgestorbenen oder im Rahmen von Verkehrssicherungsmaßnahmen gefällten Eschen auch gänzlich ersetzt sind.

Auch im Plattenwald, am Rande zum Wohngebiet und Kreiskrankenhaus, hat das Trockenjahr 2018 enorme Schäden hinterlassen. Hier stand ein Schwerpunkt des Fichtenbestandes in unseren Stadtwäldern. Massiver Borkenkäferbefall, verstärkt durch die Trockenschäden des vergangenen Jahres, hat hier auf einer Fläche von weit über einem Hektar einen Kahlschlag verursacht. Auch hier wird nun mit standortverträglichen und für trockene Jahre besser gewappneten Baumarten Ersatz geschaffen. Die Aufforstungsfläche im Bereich des Rückhaltebeckens ist so groß, dass dort eine Umzäunung zum Schutz vor Wildverbiss erstellt wurde.

Der für den Bad Friedrichshaller Stadtwald zuständige Förster Ulrich Zobel, sein Nachfolger ab dem kommenden Jahr Jörg Pfeiffer sowie Herr Patrick Halbauer vom Forstamt Neuenstadt beantworteten alle Fragen der doch sehr betroffenen Gemeinde- und Ortschaftsräte. Der Wald selbst in seiner Gesamtheit ist nicht gefährdet, an den vom Trockenjahr 2018 besonders betroffenen Stellen im Kocherwald sowie im Plattenwald sind die negativen Spuren des Klimawandels jedoch schon sehr deutlich ersichtlich. Forstamt und Stadtverwaltung, das hat auch Bürgermeister Timo Frey so versichert, werden alles in ihrer Kraft stehende tun, um den Wald in dieser schweren Zeit bestmöglich zu schützen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, diesen negativen Entwicklungen entgegen zu wirken.


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