01.03.2015
Die Abwasserreinigung in Bad Friedrichshall

Die Klärung und Reinigung des Abwassers aus der Kernstadt (Kochendorf, Jagstfeld, Hagenbach) sowie der Stadtteile Plattenwald, seit Dezember 2006 auch Duttenberg und seit Juli 2014 auch Untergriesheim erfolgt in der Verbandskläranlage „Unteres Sulmtal“ in Neckarsulm an der Markungsgrenze zu Kochendorf. Das in diesen Bereichen anfallende Abwasser wird über Druck- und Sammelleitungen dorthin transportiert.

Die gesamte geklärte Schmutzwassermenge für rd. 72.000 Einwohner aus den Verbandsgemeinden liegt bei ca. 4,5 Mio. cbm. Aus Bad Friedrichshall werden ca. 760.000 cbm Abwasser der Kläranlage zugeführt, das entspricht rund 24 l/sec. häusliches Abwasser und Industrieabwasser. Unser Anteil am Schmutzwasser beträgt ca. 17,3 %, an der gesamten Wassermenge rd. 15,9 %. Aus den relativ konstanten Abwassermengen ist, trotz Einwohnerzuwächsen, das sparsame Verhalten unserer Bürgerinnen und Bürger sowie der Industrie deutlich zu erkennen.

Der Gesamtaufwand für den Kläranlagenbetrieb, einschließlich Investitionen, lag bei 20 Mio. €. Vom gesamten Buchrestwert des Anlagevermögens mit 56,9 Mio. € (ohne Anlagen im Bau - Stand 31.12.2014) sind rund 10,4 Mio. € (ca. 18,7 %) der Stadt Bad Friedrichshall zuzurechnen. Der Schuldenstand des Zweckverbandes lag zum Jahresende 2014 bei 55,2 Mio. €, davon entfallen anteilig auf Bad Friedrichshall rd. 10,5 Mio. €.

Für das Jahr 2014 hatte die Stadt Bad Friedrichshall als Betriebskostenumlage 941.320 €, als Zinskostenumlage 361.648 €, als Tilgungsumlage 90.924 € und als Vermögensumlage 11.301 € dem Verband zu erstatten.

Die aus dem Jahr 1972 stammende Kläranlage des Abwasserzweckverbandes „Unteres Sulmtal“ war an ihrer Leistungsgrenze und wurde deshalb in den letzten Jahren modernisiert, ausgebaut und optimiert. Hierfür wurden rd. 35 Mio. € investiert. Die „neue Kläranlage“ wurde am 30.09.2012 mit einem Tag der offenen Türe eingeweiht. In ihrer Kapazität wurde die Kläranlage jetzt um 60.000 Einwohnergleichwerte (EGW) auf 200.000 EGW erweitert und stellt eine der modernsten Anlagen europaweit dar.

Durch diese aufwendigen Investitionen ist mittelfristig mit einem Ansteigen der Betriebskosten- und Zinskostenumlagen um ca. 0,50 €/m³ zu rechnen. Der Anteil der Stadt Bad Friedrichshall am Investitionsumfang beträgt 18,346 % und an den Betriebskosten der dann sanierten Kläranlage 17,321 %, das entspricht 24.350 Einwohnergleichwerten. Beides muss über höhere jährliche Umlagen finanziert werden.

Die Übertragung aller Mischwasserentlastungsanlagen mit den dazugehörigen Hauptsammlern im gesamten Einzugsgebiet der Kläranlage Neckarsulm (sogenannte „Regenwasserentlastungsanlagen“) in das Eigentum des Zweckverbandes ist abgeschlossen. Im Ergebnis betragen die Restbuchwerte für die beteiligten sieben Kommunen rd. 16,5 Mio. €, davon für Bad Friedrichshall rd. 5,1 Mio. €.

Diese Anlagen befinden sich nun im Eigentum und Verantwortungsbereich des Abwasserzweckverbandes. Dieser ist jetzt dabei, diese Anlagen zu modernisieren. Mittel- bis langfristig wird der Verband in diese 98 Sonderbauwerke voraussichtlich 8 Mio. € investieren, wobei für ehemals Bad Friedrichshaller Anlagen nur 154.000 € eingeplant sind.

Der Anschluss des Stadtteils Untergriesheim an die Verbandskläranlage wurde ebenfalls vom Abwasserzweckverband gebaut und finanziert.
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